Ein Bericht von Sandra Kämpfer

Sie ist die Isreality Koordinatorin in Österreich und war im Frühjahr 2017 mit in Wien auf den Spuren des jüdischen Lebens.

 

Eine Stadtführung der etwas anderen Art

Am 29. und 30. April 2017 fand in Wien unsere erste Isreality-Österreich Veranstaltung unter dem Motto „Jüdisches Wien“ statt. Am Samstag um 15.00 Uhr ging es los. 15 junge Christen aus Österreich, die alle ein Interesse an Israel teilen, waren der Einladung gefolgt. Wir trafen uns im Don Bosco Haus, einem Seminarzentrum im 13. Bezirk von Wien, wo wir uns zunächst bei Kaffee und Kuchen kennenlernten.

Das offizielle Programm startete mit einer Einführung über das Entstehen und die Vision von Isreality Österreich durch Sandra Kämpfer. Es folgte der erste Vortrag von Marie-Louise Weissenböck, Vorsitzende von Christen an der Seite Israels in Österreich, Regionale Direktorin für Europäische Zweige und Vorstandsmitglied von Christians for Israel International. Unter dem Thema „Warum Israel?“ erklärte sie anhand der Bibel, warum Israel für uns Christen von so besonderer Bedeutung ist. Anschließend referierte Andrew Tucker, der eigens für das Isreality-Wochenende aus Holland angereist war, über „Israel und Internationales Recht“. Andrew Tucker ist Jurist für Internationales Recht und Geschäftsführer von Christians for Israel Int. Er ist auch Rechtsberater der ECI (Europäische Koalition für Israel) und Gründer des Thinktanks thinc. in Den Haag. Es gelang ihm, dieses doch eher trockene und schwierige Thema spannend und für alle verständlich zu vermitteln. Das Interesse der Zuhörer war so groß, dass er nach dem Vortrag noch mit vielen Fragen überhäuft wurde. Gegen 20.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zu einem typisch wienerischen Beisl (Gasthaus) in der Nähe, wo es Schnitzel, Knödel und sonstige Köstlichkeiten zum Essen gab.

Nach dem Abendessen erzählte Julian Linke, ein junger Student, der seinen Zivildienst über den ÖAD (Österreichischer Austauschdienst) in einem Altersheim in Israel absolviert hatte, über seine Erfahrungen. Er hatte als Zivildiener fast ein Jahr in dem Pinchas Rosen Altersheim in Ramat Gan verbracht, in dem unter anderem auch mehrere deutschsprachige Holocaust-Überlebende wohnen. Als begabter Hobby-Filmer, hatte er die Gelegenheit genutzt und einige der Holocaust-Überlebenden interviewt und dabei gefilmt. Als kleine Kostprobe zeigte Julian uns eines dieser sehr bewegenden Interviews. Er hatte auch eine Reihe Kurzfilme über das Leben und den Alltag in Israel gemacht. Diese unkonventionellen Filmclips rundeten den Abend auf humorvolle Weise ab. Nachher gab es noch genug Zeit für ein gutes Zusammensein und interessante Gespräche. Es war ein toller Samstag, an dem wir viel Neues aufnehmen und nette Leute kennenlernen durften.

Am nächsten Morgen trafen wir uns wieder im Don Bosco Haus zum zweiten Teil unseres Isreality Wochenendes. Wir begannen mit Lobpreis und Gebet, dann folgte ein kurzer biblischer Impuls von Marie-Louise Weissenböck über Abraham und dessen besondere Beziehung zu Gott. Um 10.00 Uhr machten wir uns gemütlich auf den Weg in die Innenstadt, wo noch ein paar Leute zu uns stießen. Die Führung durch das jüdische Wien begann am Judenplatz, wo sich im Mittelalter ein jüdisches Viertel mit einer Synagoge befunden hatte. Marie-Louise Weissenböck zeigte uns verschiedene Orte in Wien, die für die jüdische Geschichte der Stadt von Bedeutung sind, beginnend im Jahr 1194, als der erste Jude in Wien lebte, bis zum heutigen Tag.

Zu Mittag gab es israelische Falafel von Maschu Maschu, und da das Wetter so schön war, konnten wir sie sogar draußen, im Park unterhalb der Ruprechtskirche sitzend, genießen. Um 15.00 Uhr endete unsere Führung und somit unser Isreality-Wochenende mit einem Besuch und Gebet in der Barbara-Kapelle des Stephansdoms, die ebenfalls einen jüdischen Bezug hat.

Wir sind sehr froh und dankbar, dass das Isreality-Wochenende so ein großer Erfolg war. Es war sehr aufbauend, andere junge Christen aus Österreich zu treffen, denen Israel und das jüdische Volk am Herzen liegt.

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