ein ganzes Land im Ausnahme Zustand

Marie-Louise Weissenböck – 20. Juni 2024

Anfang Mai reisten eine kleine Gruppe Isrealities und ich für zehn Tage nach Israel. In einer Zeit, in der Israelhass und Antisemitismus unglaubliche Ausmaße erreicht hat, war es uns ein Anliegen unsere Solidarität mit dem jüdischen Volk zu zeigen.

Neben tätiger Hilfe beim Packen und Ernten besuchten wir Evakuierte, Holocaust-Überlebende, Soldaten und Reservisten, trafen Verwandte von Geiseln und führten viele berührende Gespräche. Die quälende Sorge um die Geiseln stand immer im Vordergrund. Ein tieftrauriges „Warum hassen uns alle so?“ und ein strahlendes „Danke, danke, dass ihr gekommen seid!“, waren die meistgehörten Sätze. Die aufrichtige und staunende Dankbarkeit, die uns jedes Mal entgegengebracht wurde beim Vernehmen, dass wir als Nichtjuden, ja, als Christen gekommen waren, um zu helfen, berührte uns sehr.

Gleich am ersten Tag unserer Solidaritätsreise fuhren wir nach Tel Aviv zu Eran‘s Angels (ein Hilfswerk für evakuierte Familien und Soldaten) und brachten dringend benötigte Güter, die mit großem Dank entgegengenommen wurden. Dort konnten wir einen Einblick in die wunderbare Arbeit dieser Volontärorganisation bekommen. Seit dem 8. Oktober hatten bereits über 20.000 Volontäre ihren Dienst dort geleistet. Hygieneartikel, Kleidung, Geschirr, Bettwäsche, Nahrungsmittel usw. werden verpackt und an Menschen verteilt, die alles verloren haben. Anschließend besuchten wir den „Hostages Square“, wo wir mit Verwandten der Geiseln sprachen, und beklemmende Eindrücke bekamen. Auch in den Geschäften rund um den Dizengoff-Platz, wo man fast ein Stückchen Normalität im Alltag fühlt, hörten wir mehrmals: „Wir brauchen gute Nachrichten.“